Allgemeines
Nachwachsende Rohstoffe werden sowohl zu Energiezwecken als auch für die stoffliche Verwertung genutzt. Die energetische Nutzung stellt den Hauptbeitrag.
Im Gesamtkonzept Nachwachsende Rohstoffe werden folgende Entwicklungsstrategien für Bioenergie verfolgt:
- Verwendung von Festbrennstoffen aus der Forstwirtschaft und der holzbe- und holzverarbeitenden Industrie, vor allem zur Wärmeerzeugung,
- Einsatz von flüssigen Bioenergieträgern (biogene Kraftstoffe), vor allem für Mobilitätszwecke,
- Erzeugung von Biogas zur Nutzung in einer Kraft-Wärme-Kopplung und zur Einspeisung in Gasnetze,
- stoffliche Nutzung.
Biomasse als Wirtschaftsfaktor
Die Nutzung von Biomasse ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor geworden. Die jährlichen Neuinvestitionen belaufen sich auf rd. 350 Mio. €. Den Gesamtumsatz zeigt nachfolgende Übersicht:
Umsätze von Biomasse in Bayern
| Biomasseart | Mio. € |
|---|---|
| Scheitholz (Kleinfeuerungen) | 220 |
| Holzpellets (Kleinfeuerungen) | 53 |
| Heizwerke | 34 |
| Heizkraftwerke | 32 |
| Biodiesel | 333 |
| Rapsölkraftstoff | 12 |
| Bioethanol | 119 |
| Biogas | 175 |
Anbau Nachwachsender Rohstoffe
Landwirtschaftliche Rohstoffe
Die Flächennutzung durch Nachwachsende Rohstoffe beträgt 300 000 ha (vgl. Tabellen „Anbau und Verwendung Nachwachsender Rohstoffe 2009“). Dies entspricht 9 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche Bayerns. 2009 wurden zur energetischen und stofflichen Verwendung auf rd. 280 000 ha Ackerfläche Nachwachsende Rohstoffe angebaut. Dies entspricht rd. 13 % der Ackerfläche. Zusätzlich werden in geringem Umfang (rd. 1 000 ha) Dauerkulturen (Kurzumtriebskulturen, Miscanthus) als Festbrennstoffe zur energetischen Nutzung auf Ackerflächen angebaut.
Rd. 2 % (20 000 ha) des Grünlands wurde in Biogasanlagen verwendet.
Rd. 87 % der für Nachwachsende Rohstoffe verwendeten Fläche entfallen somit auf Energiezwecke, 13 % auf die stoffliche Nutzung.
Anbau und Verwendung Nachwachsender Rohstoffe für Biogas und Biokraftstoffe 2009*
| Art | Biogas ha | Biokraftstoffe ha | Summe ha |
|---|---|---|---|
| Mais | 70.000 | . | 70.000 |
| Getreide | 40.000 | 10.0001) | 50.000 |
| Raps | . | 107.0002) | 107.000 |
| Grünland | 20.000 | . | 20.000 |
| Sonstiges | 10.000 | 3.000 | 13.000 |
| Summe | 140.000 | 120.000 | 260.000 |
Anbau und Verwendung Nachwachsender Rohstoffe für die stoffliche Nutzung 2009*
| Art | Summe ha |
|---|---|
| Ackerfläche | 40.000 |
Bei der Verwendung für Biokraftstoffe ist zu berücksichtigen, dass die eiweißreichen Koppelprodukte des Kraftstoffs in die Viehfütterung gehen. Rechnerisch entspricht dies rd. 50 % der verwendeten Fläche für Biokraftstoffe. Dadurch reduziert sich die tatsächlich für die Erzeugung von Biokraftstoffen verwendete Fläche rechnerisch auf nur 60 000 ha (vgl. Schaubild „Flächenverwendung für Nachwachsende Rohstoffe mit/ohne Anrechnung von Koppelprodukten“).
Flächenverwendung für Nachwachsende Rohstoffe mit/ohne Anrechnung von Koppelprodukten – Schaubild 47 in höherer Auflösung
Forstliche Rohstoffe (Holz)
In Bayern werden rd. 4 Mio. Tonnen Holz für Energiezwecke verwertet. Damit trägt der Rohstoff Holz drei Mal so viel zur Energieversorgung aus Biomasse bei wie die landwirtschaftlichen Rohstoffe.
Förderung
Das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) hat von 1990 bis Ende 2009 insgesamt 232 Mio. €, davon 192 Mio. € Landesmittel, überwiegend in die Förderung der Energieerzeugung aus Biomasse investiert.
Forschung und Entwicklung
Bei aussichtsreichen Projekten kann eine Forschungsförderung nach den Grundsätzen der Ziele und Einsatzstrategien des Gesamtkonzepts Nachwachsende Rohstoffe gewährt werden. Eine wichtige Rolle bei der Erprobung, der Projektbeurteilung sowie dem Vollzug von Förderprogrammen kommt dabei auch dem Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing zu: Konaro.Bayern